Vor knapp einem Jahr wurde der Biketrail auf dem Weissenstein eröffnet. Der Dreck machte den Betreibern der Seilbahn zu Beginn zu schaffen. In Zukunft soll der Trail auch im Winter geöffnet werden.
Nach dem Feierabend entspannt mit der Gondel auf den Weissenstein fahren – und mit dem Mountainbike eine dafür präparierte Strecke wieder hinunterfahren. Das ist seit knapp einem Jahr mit der Eröffnung des Weissenstein-Trails auch am Solothurner Hausberg möglich.
Sind die Betreiber der Gondelbahn bisher zufrieden? Das Geschäft mit den Bikern sei einigermassen vernünftig angelaufen. «Es dürften aber noch mehr sein», sagt Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein AG.

In Zukunft erwartet der Seilbahnbetrieb mehr Bikerinnen und Biker, die mit der Gondel hochfahren und auf dem Trail wieder runter. «Wir stehen immer noch am Anfang. Vielleicht sind wir noch nicht überall bekannt», sagt Konrad Stuber.
Heisser Juni und regnerischer Juli
Das Geschäft mit den Mountainbikern sei stark wetterabhängig. Im Mai sei die Bike-Saison gut gestartet. «Der Juni war dann fast zu heiss, und im Juli hat es viel geregnet. Im August lief es wieder besser», sagt Stuber. «Nun schauen wir, wie es im September und im Oktober läuft, um ein Fazit zur ganzen Saison ziehen zu können.» Genaue Zahlen könne er deshalb erst Ende Jahr nennen.
An manchen Wochenenden sei es zwar zu Höhepunkten an Fahrgästen –mit und ohne Bike – gekommen, von Bikerinnen und Bikern überrannt werde die Weissenstein-Seilbahn jedoch nicht.

Bewusst wurden nicht alle Gondeln, sondern nur Zweidrittel (vierzig Gondeln) mit Veloträgern ausgerüstet. So soll es immer genügend Gondeln für Wanderinnen oder weitere Ausflügler geben. Für die Bikerinnen und Biker gibt es einen separaten Eingang an der Talstation.
Ein Abschnitt des Trails, direkt unterhalb der Mittelstation Nesselboden, befindet sich in einem Quellgebiet nahe einem Bach. Die Folge: Der Weg wird matschig und die Bikes werden dreckig. Das hat dazu geführt, dass auch die Gondeln häufig schmutzig wurden. «Wir haben deshalb in die Entwässerung dieses Teilabschnitts investiert», sagt Stuber.

Ausserdem wurde die Velo-Waschanlage vergrössert und Sitzüberzüge in den Gondeln montiert, um etwas gegen den Dreck zu unternehmen. «Das war uns wichtig. Wir wollten unsere bisherigen Fahrgäste nicht vergraulen.» Das Nebeneinander der Bikerinnen und Ausflügler funktioniere gut.
Langfristig soll der Trail länger verfügbar sein. Bisher war er von Anfang November bis Mai geschlossen. «Unser Ziel ist es, den Trail auch an schneearmen und trockenen Wintertagen zu öffnen», sagt Konrad Stuber.
Kein neuer Trail geplant
Möchte der Seilbahnbetrieb weitere Trails bauen, um den Weissenstein attraktiver für Bikerinnen und Biker zu gestalten? Stuber verneint: «Wenn wir zurückschauen auf den Kampf um die Bikestrecke, ist eine weitere Strecke in den nächsten Jahren kein Thema.»
Zehn Jahre hat die Umsetzung des Weissenstein-Trails gedauert. Mehrere Einsprachen führten zu Verzögerungen. «Andere Bike-Destinationen haben drei Trails mit drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wir haben einen Trail für alles», sagt Stuber. Dazu kommen ein paar Abkürzungen für Bikerinnen und Biker mit schwierigen Abschnitten.
Könnte der Preis für eine Tageskarte mit Bike (45 Franken) abschrecken? Bei der Preissetzung habe sich die Weissenstein-Seilbahn bei den nächstgelegenen Bike-Destinationen orientiert. «Auf dem Weissenstein gibt es den längsten Biketrail sowie die Seilbahn mit der höchsten Kapazität», sagt Konrad Stuber. So rechtfertigte sich der leicht höhere Preis im Vergleich zu Marbachegg und Gurten.
Neuer Trail spricht eher Downhiller an
Wie kommt das Angebot bei den Bikerinnen und Bikern an? Die Interessengemeinschaft Mountainbike Kanton Solothurn (IG MTB SO) freut sich über den ersten offiziellen Biketrail im Kanton, auch wenn dieser eher eine kleinere Gruppe der Mountainbiker anspreche, und zwar Downhiller. «Mit diesem Trail kann möglicherweise eine Lenkung erzielt und nahe liegende, sensible Gebiete entlasten werden», sagt Co-Präsident Roy Studer. Im Jura gebe es heute bereits ein dichtes Trailnetz.
«Solange es nur wenige offizielle Biketrails gibt, setzen wir uns für eine Koexistenz auf allen bestehenden Wegen ein», sagt Roy Studer. Generell komme es kaum zu Konflikten zwischen Wanderinnen und Bikern. «Dies zeigt, dass die Koexistenz funktioniert.»